Am Anfang stellt sich die Frage was soll es werden. Daher erstmal eine kleine Auflistung mit den Vorteilen/Nachteilen die ich in den Konzepten sehe…

Mendel

Der Mendel ist der 'Klassiker' unter den 3D-Druckern.

Vorteile:

  • Kein Plattenmaterial notwendig (Druckteile + Gewindestangen reichen)
  • Keine LM8UU Linearlager (Kugellager sind aufwändiger, aber in der Preisklasse auch haltbarer)

Nachteile:

  • Druckteile sind teurer da es sehr viele Teile sind
  • Hoher Einstellaufwand

Mendel Prusa i2

Der Prusa i2 ist eine vereinfachte Version des Mendel. Der Aufbau sieht ähnlich aus, es werden aber LM8UU Lager und insgesamt deutlich weniger Druckteile verwendet.

Vorteile:

  • Kein Plattenmaterial notwendig (Druckteile + Gewindestangen reichen)
  • Wenig Druckteile, dadurch günstiger als Mendel

Nachteile:

  • Hoher Einstellaufwand
  • Die normalerweise verwendeten preiswerten LM8UU + Edelstahlwellen sind nicht sehr haltbar. Für längeren Betrieb braucht man bessere LM8UU oder z.B. Igus Gleitführungen (kosten das 5..10fache) und richtige Präzisionswellen.

Mendel Prusa i3

Der Prusa i3 ist eine Weiterentwicklung vom i2 und geht zum Teil weg vom Konzept mit den durch Gewindestangen verbundenen Druckteilen. Der Rahmen für X und Z-Achse besteht aus gefrästen/gelaserten Holz-, Kunststoff- oder Alu-Teilen. Bei der Y-Achse werden noch Kunststoffteile mit Gewindestangen verwendet.

Vorteile:

  • Leichterer Zusammenbau bei Verwendung von Frästeilen
  • Wenig Druckteile
  • Einfachere Wartung da durch die Platten alles besser zugänglich ist

Nachteile:

  • Teurer als i2 bei gekauften Frästeilen (oder wahlweise mehr Aufwand bei Eigenkonstruktion)
  • Die normalerweise verwendeten preiswerten LM8UU + Edelstahlwellen sind nicht sehr haltbar. Für längeren Betrieb braucht man bessere LM8UU oder z.B. Igus Gleitführungen (kosten das 5..10fache) und richtige Präzisionswellen.
  • Je nach Variante nicht sehr stabil bei Querkräften am Portal (z.B. Spulenhalter)

Mendel 90

Der Mendel 90 treibt das Konzept vom i3 noch weiter und verwendet für die Y-Achse auch eine Platte. Grundsätzlich sind für das Portal auch Versteifungen bei der Variante aus Kunststoff vorgesehen.

Vorteile:

  • Leichterer Zusammenbau bei Verwendung von Frästeilen
  • Wenig Druckteile
  • Einfachere Wartung da durch die Platten alles besser zugänglich ist (Konzept sieht vor das man den Drucker auf fast jede Seite legen (Box-Design).

Nachteile:

  • Teurer als i2/i3 bei gekauften Frästeilen (oder wahlweise mehr Aufwand bei Eigenkonstruktion)
  • Die normalerweise verwendeten preiswerten LM8UU + Edelstahlwellen sind nicht sehr haltbar. Für längeren Betrieb braucht man bessere LM8UU oder z.B. Igus Gleitführungen (kosten das 5..10fache) und richtige Präzisionswellen.

Rostock (Delta)

Der Rostock verwendet das Konzept eines Delta-Roboters und unterscheidet sich damit grundlegend von den anderen Varianten. Ein Delta ist optisch beim Drucken eindeutig die interessantese Variante. Allerdings stellt das Delta-Konzept auch hohe Anforderungen an Spielfreiheit und Genauigkeit um ein gutes Druckergebnis zu erhalten.

Vorteile:

  • Optisch beim Drucken interessanter
  • Gut für hohe Bauteile geeignet
  • Insgesamt weniger bewegte Massen

Nachteile:

  • Delta-Mechanik muss sehr Spielfrei gebaut werden
  • Einstellung/Kalibrierung komplizierter

Eigenbau mit Alu-Profilen und richtigen Linearführungen

Alternativ zu den bestehenden Drucker-Varianten könnte man auch einen Eigenbau aus Bosch-Profilen machen. Verwendet man dann noch richtige Linearführungen wird der Aufbau sehr überschaubar und langlebig.

Vorteile

  • Stabile Konstruktion
  • Langlebig durch richtige Linearführungen
  • Weniger Ausrichtarbeit da nur eine Führung pro Achse benötigt wird
  • Druckvolumen kann individuell angepasst werden

Nachteile

  • Trotz Eigenbau teuer aufgrund der Führungen
  • Teile für den Antrieb müssen ebenfalls selbst gebaut werden (Teile aus anderen Druckern werden nicht passen)
  • Höhere bewegte Massen –> Wahrscheinlich Nema23 notwendig

And the Winner is ....

Ein Prusa i3 mit Rahmen aus Aluminium. Die Teile für einen i3 bekommt man zu überschaubaren Preisen im Netz und den Nachteil der günstigen Führungen kann man zu einem späteren Zeitpunkt beheben da die besseren Teile einbaukompatibel sind. Den Bau des i3 werde ich (hoffentlich) in den nächsten Wochen Dokumentieren…